Ein anstrengendes Jahr … und ein unverzichtbares.
Ein Rückblick auf wachsende Bedarfe, starke Teams und kleine Erfolge mit großer Wirkung in der Arbeit gegen Gewalt und soziale Ausgrenzung.
Wenn wir auf das vergangene Jahr zurückblicken, dann tun wir das mit Respekt vor der Intensität dieser Monate. Es war ein anstrengendes Jahr. Eines, das fachlich forderte, emotional berührte und strukturell klare Antworten verlangte. Zugleich hat es sehr deutlich gezeigt, wie groß der Bedarf an Schutz, Beratung und verlässlichen Angeboten ist und wie wichtig engagierte Facharbeit bleibt und tragfähige Netzwerke.
Das Thema Gewalt gegen Frauen hat gesellschaftlich an Aufmerksamkeit gewonnen. Die Umsetzung der Istanbul-Konvention ist dabei kein abstraktes politisches Vorhaben geblieben, sondern wurde konkret: In Workshops zur Bedarfsermittlung im Saarland konnten wir unsere fachliche Perspektive einbringen und gemeinsam mit anderen Beteiligten benennen, was es tatsächlich braucht, um Schutz, Beratung und Prävention wirksam zu gestalten.
Parallel dazu ist das Fallaufkommen in vielen Bereichen deutlich gestiegen. Besonders im Pflegekinderdienst zeigt sich der wachsende Bedarf so klar, dass wir aktuell neue Kolleginnen und Kollegen suchen, um der Verantwortung gegenüber den betroffenen Kindern gerecht werden zu können. Steigende Zahlen sind kein Erfolg. Sie sind ein Auftrag, Verantwortung zu übernehmen und Strukturen weiterzuentwickeln.
Weitere Informationen finden Sie unter Pflegekinderdienst
Auch die hohe Nachfrage in der Kinder-Inobhutnahmestelle muss vor diesem Hintergrund betrachtet werden. Sie verweist auf belastende Lebenssituationen von Kindern und Jugendlichen und ist in ihrer Ursache kritisch zu sehen. Umso wichtiger ist es, dass wir fachlich gut aufgestellt sind. Wir konnten das Angebot erweitern, motivierte Fachkräfte gewinnen und das Team um einen männlichen Berater ergänzen, um den unterschiedlichen Bedürfnissen der jungen Menschen gerecht zu werden.
Weitere Informationen finden Sie im unteren Bereich der Website unter Inobhutnahmestelle
Besonders dankbar sind wir für Entwicklungen, die ganz konkret Hoffnung machen. Das Angebot ELLEFriede wird sehr gut angenommen, nicht zuletzt wegen der verlässlichen Netzwerke zur Weitervermittlung. Eine wohnungslose Frau, die viele Jahre auf der Straße gelebt hat, konnte mit Unterstützung der Beratung, der TafF und vor allem durch ihren eigenen Willen neue Wege gehen: Heute lebt sie in einer eigenen Wohnung, erhält Sozialleistungen und beginnt ihre Jobsuche. Solche Schritte wirken wir kleine Schritte, sind aber von großer Bedeutung.
Weitere Informationen finden Sie unter Wohnungslosenhilfe für Frauen
Auch das gemeinschaftliche Engagement hatte in diesem Jahr seinen Platz. So konnte zum 3. Mal unser Benefiz-Konzert #LautStark – Gegen Gewalt an Frauen zusammen mit der Big Band der Polizei stattfinden und das unter der Schirmherrschaft unserer Ministerpräsidentin Anke Rehlinger, mit Unterstützer:innen, Interessierten und politischen Vertreter:innen, kurz mit einer großen Solidarität. Der Saarbrücker Frauenlauf und die spendenbasierte Weihnachtsfeier für wohnungslose Menschen war ein weiteres Zeichen dafür, wie viel Würde und Wärme durch gemeinsames Handeln entstehen kann.
Weitere Informationen finden Sie unter Benefizkonzert #LautStark
Daher möchte ich auch persönlich noch mal ausdrücklich Danke sagen:
gegenüber unseren Mitarbeitenden, die täglich mit hoher Professionalität und großem Einsatz arbeiten, gegenüber Kooperationspartner:innen, Unterstützinnen und Unterstützern sowie allen, die unsere Arbeit möglich machen. Der Bedarf bleibt hoch. Unser Engagement ebenso.