Vor Ort im Gespräch:
Vorständin Andrea Wolter besucht fünf Einrichtungen des SkF Saarland
Vorständin Andrea Wolter war in vier Einrichtungen des SkF Saarland unterwegs: in der Notschlafstelle ELLEFriede, der Tagestreff für Frauen TAfF, im Elisabeth-Zillken-Haus, in der Schwangerschaftsberatungsstelle Neunkirchen und im Pflegekinderdienst. Im Mittelpunkt standen persönliche Gespräche mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor Ort, ihre Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag und ihre Ideen für die Weiterentwicklung der Angebote. Die folgenden Einblicke zeigen, was die Teams bewegt und wie nah die Arbeit des SkF an den Menschen ist, die sie begleitet.
Danke für die herzliche Aufnahme – gemeinsam bewegen wir was!
Der direkte Austausch mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor Ort ist von unschätzbarem Wert. In persönlichen Gesprächen standen ihre Erfahrungen, Herausforderungen und Ideen im Mittelpunkt. So entstehen wertvolle Einblicke in den Arbeitsalltag und wichtige Impulse für die Weiterentwicklung unserer Angebote.
An dieser Stelle vielen Dank an alle Teams für, die offenen Gespräche und das tägliche Engagement. Gemeinsam gestalten wir eine soziale Arbeit, die nah an den Menschen ist – und genau dort beginnt, wo zugehört wird.
Hier ein paar Einblicke:
ELLEFriede & TAfF
Vorstellung des Bereichs:
Ein sicherer Ort, wenn alles andere fehlt.
Die Notschlafstelle für wohnungslose Frauen bietet mehr als nur ein Bett für die Nacht. Sie ist ein geschützter Ort, an dem Frauen in schwierigen Lebenssituationen zur Ruhe kommen und neue Perspektiven entwickeln können.
Unsere Aufgaben:
- Bereitstellung einer sicheren Übernachtungsmöglichkeit
- Versorgung mit dem Nötigsten wie Essen, Getränken und Hygieneartikeln
- Wertschätzung, Schutz und ein offenes Ohr – ohne Vorurteile
Durch das Angebot TafF (Tagestreff für Frauen) können die Frauen fachliche Unterstützung und Beratung erhalten und neue Perspektiven entwickeln.
- Hier liegen die Aufgaben im Bereich:
- Beratung und psychosoziale Unterstützung
- Hilfe bei der Suche nach Wohnraum und weiterführenden Hilfsangeboten
- Vermittlung an Behörden, Beratungsstellen und medizinische Einrichtungen
Jede Frau hat ihre eigene Geschichte. Unser Ziel ist es, Sicherheit zu geben, Vertrauen aufzubauen und gemeinsam Wege aus der Wohnungslosigkeit zu finden.
Zitat Mitarbeiterin:
„Die Freude der Frauen bei den Kleinigkeiten, morgens einen Kaffee und auch mal ein Rührei das Leuchten in den Augen und man weiß es macht einfach Sinn“
„Beim SkF beschäftigt zu sein ist absolut super, hier stimmt einfach alles“
Zitat einer wohnungslosen Frau:
„Man fühlt sich wieder als Mensch“
Elisabeth-Zillken-Haus
Vorstellung der Einrichtung:
Das Angebot des Elisabeth-Zillken-Hauses ist auf den Schutz und die professionelle Unterstützung wohnungsloser, seelisch behinderter, bedrohter und besonders hilfsbedürftiger Mädchen, Frauen und deren Kinder ausgerichtet.
Unsere Einrichtung bietet:
- Einen geschützten Rahmen zum Wohnen und Leben
- Hilfe und Beratung, z.B. bei der Wohnungssuche, administrativen Angelegenheiten, in Gesundheitsfragen
- Unterstützung durch alltagsstrukturierende Angebote
- Unterstützung im Umgang mit Behörden, Institutionen und anderen Diensten
- Qualifiziertes Personal, als Ansprechpartnerinnen, rund um die Uhr
- Eine Gemeinschaft von Frauen in ähnlichen Situationen
Zitat Mitarbeiterinnen
„Jeden Morgen tolle Gespräche“
„Es gibt ein großes Vertrauen der Bewohnerinnen zu den Mitarbeiterinnen“
„Ich finde es toll so nah an den Themen dran zu sein“
„Die Gegenseitige Unterstützung bei Engpässen und die Motivation ist immer groß“
Zitat Bewohnerin
„Yara macht mir immer die Tür auf“ (Yara ist der Hund einer Mitarbeiterin, die kurz vor Abschluss der Assistenzprüfung steht und von den Bewohnerinnen geschätzt und geliebt wird)
Schwangerschaftsberatungsstelle Neunkirchen
Vorstellung des Bereichs:
Unsere Schwangerschaftsberatung ist für Menschen da, die sich Informationen, Orientierung und Unterstützung wünschen – unabhängig von ihrer Lebenssituation.
Unsere Aufgaben:
- Beratung rund um Schwangerschaft und Geburt
- Informationen zu Familienplanung und Verhütung
- Unterstützung bei persönlichen, sozialen und finanziellen Fragen
- Begleitung in schwierigen oder belastenden Lebenssituationen
- Vermittlung an passende Hilfs- und Unterstützungsangebote
Wir beraten vertraulich, wertschätzend und ergebnisoffen. Unser Ziel ist es, Menschen dabei zu unterstützen, selbstbestimmte Entscheidungen zu treffen und gut informiert ihren eigenen Weg zu gehen.
„Manchmal beginnt Unterstützung einfach mit einem offenen Gespräch“.
Die Schwangerenberatungsstelle in Neunkirchen feierte im vergangenen Jahr Ihr 50-jähriges Jubiläum. Im Austausch mit der SkF-Vorständin Andrea Wolter berichteten die Mitarbeitenden, dass es im Beratungskontext trotzdem immer noch viel Neues gibt und es nie Langweilig wird. Die Klient:innen die in der Beratungsstelle ankommen sind aus allen Schichten vertreten. Es ist immer wieder schön zu hören, dass die Klientinnen die Beratungsstelle immer wieder als „sicheren Ort“ beschreiben.
Zitat Mitarbeiterin:
„Wir können was bewegen“
Zu den Aufgaben einer Beraterin gehört auch die sexualpädagogische Präventionsarbeit. Dazu gehen die Beraterin z.B. an Schulen und vermitteln Ihr Wissen Schüler und Schülerinnen weiter. Eine schöne Abwechslung zum Beratungsalltag.
Unterstützt wird die Beratungsstelle von einem sogenannten Konsilliarteam. Bestehend aus einer Rechtsanwältin, einer Gynäkologin und der geistlichen Begleiterin des SkF unterstützen diese die Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle bei rechtlichen und gesundheitlichen Problemlagen. Das Konsilliarteam trifft sich in der Regel 2x im Jahr und Klientinnen können auch direkt vor Ort in der Rechtsanwaltkanzlei oder der Praxis der Gynäkologin Hilfe erhalten.
Zitat Mitarbeiterin:
„Jeder Tag ist ein schöner Tag mit dem Team“
„Es kommt viel Wertschätzung durch die Klientinnen an, z.B. bekommen wir oft Süßigkeiten als Dankeschön nach der Entbindung der Frauen“
Natürlich gibt es auch Herausforderungen die im Beratungsalltag gemeistert werden müssen. Eine davon sind die Sprachbarrieren. Hier braucht es dann Dolmetscher:innen die bei der Beratung unterstützen. Was auch immer wieder vorkommt, ist, dass die Klientinnen Termine nicht wahrnehmen ohne sich zu melden.
Die Mitarbeiterinnen der SkF-Schwangerenberatungsstelle sind auch in vielen Netzwerken unterwegs, um immer auf dem Laufenden zu bleiben und Hilfen zusammenzuführen.
Zitat Mitarbeiterin:
Eine gute Beratung ist für mich, wenn die Klientinnen im Setting gut angekommen sind, die Hebamme und der Geburtsort geklärt sind und die Klientin sich sicher in Ihrem Umfeld fühlt. Hier kann die Last ein Stück weit genommen werden“.
Zu den Tätigkeiten der Beratungsstelle gehört neben der Begleitung der Klientinnen bis zur Geburt und darüber hinaus auch das Thema der Familienplanung. Dazu zählen auch Themen wie, welche Möglichkeiten der Verhütung es gibt, wenn Pille und Kondom nicht funktionieren oder die Familienplanung abgeschlossen.
Abschließend noch einige Zitate der Mitarbeiterinnen zu Ihrer Arbeit:
„Besonders die Offenheit und Wertschätzung die einem entgegengebracht wird, motiviert mich an jedem Tag“.
„Hier gibt es Beratung mit Herz, professionell und menschlich“.
Pflegekinderdienst
Vorstellung des Bereichs:
Was macht eigentlich der Pflegekinderdienst?
Unser Pflegekinderdienst begleitet Kinder, Jugendliche, Pflegefamilien und Herkunftsfamilien auf ihrem gemeinsamen Weg.
Zu den wichtigsten Aufgaben gehören:
- Gewinnung, Vorbereitung und Qualifizierung von Pflegefamilien
- Vermittlung von Kindern in passende Pflegefamilien
- Beratung und Begleitung von Pflegeeltern, Kindern und Herkunftsfamilien
- Unterstützung bei Kontakten zwischen Kindern und ihren Herkunftsfamilien
- Hilfeplanung und Zusammenarbeit mit Jugendämtern sowie weiteren Fachstellen
- Sicherstellung des Kindeswohls und Förderung einer stabilen Entwicklung
Jedes Pflegeverhältnis ist einzigartig. Umso wichtiger ist eine fachliche Begleitung, die Sicherheit gibt, Vertrauen schafft und alle Beteiligten unterstützt.
Pflegefamilien schenken Kindern ein Zuhause auf Zeit oder für immer – der Pflegekinderdienst steht ihnen dabei mit Rat, Erfahrung und Herz zur Seite.
Interview:
Was war in den letzten Wochen schöne Erlebnisse?
MA: Besonders schön finde ich immer die Hausbesuche bei den Pflegeltern und die Kinder beim Spielen erleben. Das ist nochmal anders als, wenn die zu uns in die Räumlichkeiten kommen. Ganz schön war eine Situation letzte Woche, bei einem Besuch, wo das Kind auf mich zugelaufen kam und gesagt, endlich bist Du da“
„Bei einem Besuchskontakt war die Situation schwierig für die Herkunftseltern, weil das Kind erstmal nicht zu Ihnen wollte. Die Herkunftsfamilie war darüber sehr traurig. Jori hat es geschafft die Situation zu entspannen und über den Hund war dann auch irgendwann ein guter Kontakt zwischen Herkunftseltern und Kind möglich.“

Das ist übrigens Jori
Was macht den SkF als Arbeitgeberin aus, wo gibt es Unterschiede zu anderen?
„Was die Organisation anbelangt merke ich einen deutlichen Unterschied zu vorherigen Arbeitgebern. Hier war vom ersten Tag an alles da, Laptop, Handy. Aber auch von der Offenheit und von der Transparenz her ist es im SkF was ganz anderes. Man fühlt sich gleich angenommen und wertgeschätzt“.
„Ich sehe hier ganz viel von dem wie ich es mir wünsche. Wenn ich hier Pflege- oder Herkunftsfamilie wäre würde ich mir genauso eine Betreuung wünschen. Der SkF ist für mich ein toller Träger, hier wird sehr, sehr viel richtig gemacht aus meiner Sicht“. Auch die Räumlichkeiten hier sind so toll gestaltet, dass man sich hier sehr wohl fühlt, als Mitarbeiterin, als Pflegefamilie als Herkunftsfamilie oder als Kind. Es ist ein bisschen wie nachhause kommen“
„Im SkF gibt man den Mitarbeiterinnen Zeit und Raum anzukommen und sich fachlich einzuarbeiten und das Gelernte auch umzusetzen, ohne Zeitdruck. Das habe ich in der Vergangenheit oft vermisst.
Was ich kann toll finde, dass man im SkF gefördert wird Dinge umzusetzen. Auch mal groß denken. Hier hat man die gestalterische Freiheit.“
Ich stehe zu 100 % zu dem Konzept des SkF, dass die Herkunftseltern einbezogen werden und in den Austausch auch mit den Pflegeeltern können. Das bringt den Kindern so unglaublich viel, dass es nicht zu Konkurrenzsituationen kommt, sondern es als Unterstützung empfunden wird.
Was sind so die größten Herausforderungen in Ihrem Alltag
„Manchmal, dass Gefühl zu haben, Kinder ziehen lassen zu müssen wo man nicht genau weiß, ob das wirklich die richtige Entscheidung ist. Wir haben das nicht in der Hand wir sind hier nicht die Entscheidungsträgerinnen und haben einen Auftrag den wir umsetzen müssen, das aushalten zu müssen ist manchmal schwierig. Hier hilft mir zu wissen wir konnten, dass Kind eine kleine Wegstrecke belgeiten und vielleicht erinnert sich das Kind später dann an diese positiven Momente, vielleicht auch nur an ein kleines Lächeln verbunden mit der Erinnerung der Wertschätzung.“
Die Herkunftseltern lieben alle ihre Kinder, es gibt natürlich gerechtfertigte Gründe warum die Kinder derzeit nicht bei Ihren Eltern leben können, aber es ist ganz viel guter Wille da und die Liebe für die Kinder. Es wäre zu einfach zu sagen, es ist immer das Verschulden der Herkunftsfamilien, es kommt oft zu Überforderungen und anderen ungünstigen Rahmenbedingungen. Die Trauer der Herkunftseltern mitzuerleben darüber, sich nicht um die Kinder kümmern zu können, mitzuerleben ist auch oft schwierig auszuhalten.
Was möchten Sie mir als Vorständin noch gerne mit auf den Weg geben?
Ich möchte die Gelegenheit nutzen, mal danke zu sagen, danke zu sagen für Ihre Offenheit, für die Unterstützung und den immer konstruktiven Austausch. Die Arbeit macht bei solchen Rahmenbedingungen einfach auch viel Spaß. Es ist auch schön immer die wertschätzende Rückmeldung für die Arbeit zu bekommen.
Ich kann nur positives rückmelden. Ich war vorher eine andere Arbeitsweise und Zusammenarbeit gewohnt und war total überrascht wie positiv hier alles gestaltet ist. Ich komme jeden Tag richtig gerne hier her.
Ich kann mich nur anschließen. Ich erfahre hier genau das, was mir gefehlt hat und merke, dass es in mir sprudelt ich total motiviert bin und mich freue seit Tag 1hier aufgenommen und angekommen zu sein. Hier darf mal einfach mal rumspinnen und schauen wie es dann weitergeht und was vielleicht umgesetzt werden kann.


















